Samstag, November 15, 2003

Noch einmal: Massenvernichtungswaffen im Irak
Jonah Goldberg äußert sich auf townhall.com noch einmal zum Thema Massenvernichtungswaffen im Irak. Sein zentrales Argument ist, dass die moralische Schuld über die Konfusion beim Thema "Massenvernichtungswaffen im Irak" bei Saddam Hussein liegt, der die Welt glauben machen wollte, er hätte Massenvernichtungswaffen. Da Menschen -auch Politiker mit Geheimdienstinformation nicht- nicht allwissend sind, müssen sie manchmal handeln, auch wenn die Informationen unklar sind. Wenn sich ein Mensch oder ein Regime mit krimineller Vergangenheit mit voller Absicht verdächtig verhält, liegt die Verantwortung für die Gegenreaktion ganz allein bei ihm. Goldberg schreibt unter anderem:
"Es gibt eine Menge von Theorien darüber, warum wir keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden haben. Einige behaupten, dass sie tief im Irak verborgen sind und schließlich gefunden werden. Andere nehmen an, dass sie nach Syrien verbracht wurden oder vielleicht in letzer Minute irgendwo anders hin.
Andere sagen, dass Saddam glaubte, dass er Massenvernichtungswaffen hätte, was aber nicht der Fall war. Seine Mitarbeiter hatten Angst, es ihm zu sagen. Und natürlich, die "Bush hat gelogen" Theoretiker, die behaupten, dass Bush die einzige Person auf der Welt war, die wußte, dass alle Geheimdienste Unrecht hatten hinsichtlich Saddam, aber trotzdem in den Krieg zog. Dies sind alles interessante Behauptungen, einige deutlich plausibeler als andere. Aber in einem Sinn sind sie alle irrelevant. Keine seriöse Person glaubt, dass Saddam sich wie ein Führer verhielt, der nichts zu verbergen hatte.
Stellen Sie sich vor, sie wären Polizist. Sie haben einen bekannten Verbrecher und gewaltätigen Kriminellen aufgespürt, bei dem Sie allen Grund haben, anzunehmen, dass er im Besitz einer Schusswaffe ist. Sie sagen: "Nehmen Sie die Hände hoch!". Aber stattdessen spielt er Spielchen, verbirgt seine Hände hinter dem Rücken. Sie sagen: "Ich will Ihre Hände sehen", und er zeigt Sie Ihnen eine nach der anderen, wie ein Kind, was etwas versteckt. Schließlich sagen Sie: "Nun, wenn Sie nicht kooperieren, wird das ernsthafte Konsequenzen haben - ich werde Sie zur Kooperation zwingen."
Dies war die Situation vor dem Krieg. Die Franzosen und einige Demokraten wollten dem Irak ein letztes Ultimatum geben - nach Dutzenden von gescheiterten Ultimaten. Die Bush-Administration sagte, nein, wir haben genug von diesen Spielchen und haben praktisch Saddam mit Gewalt durchsucht.
Was immer wir auch finden werden im Irak am Ende des Tages, eines ist sonnenklar seit einem Jahrzehnt: Saddam Hussein wollte sehr wohl, dass die Welt denkt, dass er Massenvernichtungswaffen hätte. Vielleicht hat er geblufft. Vielleicht dachte er, er hätte Massenvernichtungswaffen, die er in Wirklichkeit gar nicht hatte. Wen kümmert dies? Saddam spielte Spielchen. Und wir haben sehr deutlich gesagt, dass wir nach dem 11. September nicht in der Stimmung sind noch Spielchen zu spielen - besonders nicht beim Thema Massenvernichtungswaffen."

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