Donnerstag, Februar 02, 2006

Paul Driessen jetzt auf Deutsch
Wie mir Dr. Holger Thuß, Executive Director des European Commitee for a Constructive Tomorrow (CFACT), mitteilt, wird das Buch "Eco-Imperialism" von Paul Driessen demnächst auf Deutsch erscheinen.
5. Jahrestag
Der Autor des Blogs Passing Thoughts erinnert an den Tag, an dem er den Objektivismus entdeckte. Am 22. Mai 2001 sah er zufällig eine Diskussion in einem Fernsehsender, an dem auch Yaron Brook von Ayn Rand Institute beteiligt war. Er mußte sich dort mit einem Umweltschützer auseinandersetzen. Das Gespräch hatte etwa folgenden Verlauf (aus dem Gedächtnis:

Hippie: we need to make sure we don’t hurt the forests and we don’t hurt the trees
Yaron Brook: (almost chuckling) men should live by the standards of men, not by the standards of tree
Hippie: (stunned)

Unser zukünftige Objektivist entschied sich dann, Capitalism: The Unknown Ideal zu kaufen und wurde später sogar Student am Objectivist Academic Center (OAC) des Ayn Rand Institute.

Mittwoch, Februar 01, 2006

Libertarianismus als Perversion der Freiheit
Der wichtigste -und umfangreichste- Beitrag eines Objektivisten zur Bewertung der libertären Bewegung ist sicherlich Peter Schwartz Libertarianism: The Perversion of Liberty, erschienen in der Zeitschrift The Intellectual Activist (Mai, Juni und Dezember 1985). Der Aufsatz wurde später noch einmal in einer verkürzten Version in dem Sammelband The Voice of Reason veröffentlicht und wurde somit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wer zu einem tieferen Verständnis des Libertarianismus kommen möchte, sollte sich diesen faktenreichen und hintergründigen Aufsatz nicht entgehen lassen. Besonders die ausgiebig zitierten Äußerungen der anarcho-libertären Vordenkers Murray Rothbard sollten alle eines Besseren belehren, die immer noch annehmen, die libertäre Bewegung könne wirklich Freiheit bewirken. Anders als der Objektivismus, der einen intellektuellen Kampf gegen den Etatismus führt, führt der Libertarianismus einen physischen Kampf gegen den Staat. Diese Positionen stehen sich unversöhnlich gegenüber: "Der Objektivismus ist unkompatibel mit dem Libertarianismus. Jene Libertären, die den Objektivismus attackieren, begreifen - wie unscharf und emotional auch immer - diese unüberbrückbare Unversöhnlichkeit. Noch mehr als ihr Anti-Amerikanismus, enthüllt ihre Antipathie gegenüber dem Objektivismus, dass es nicht Hingabe an die Freiheit ist, die sie bewegt, sondern ihr Wunsch, frei von allen Beschränkungen zu sein - von den 'Beschränkungen' wirklicher Freiheit bis zu den 'Bechränkungen' der Vernunft." Der ganze Libertarianismus sei ein gigantischer Schwindel, der eine Version von dem sei, was Ayn Rand als "Fehler des Begriffdiebstahls" bezeichnete. Libertäre fühlten sich oberflächlich von der objektivistischen politischen Konzeption des Laissez faire angezogen, die sie zu einem Amoralismus verzerrten. Schwartz empfiehlt zwar die Trennung vom Libertarianismus, was aber nicht bedeute, sich nun dem Konservativismus als vermeintlich einzig verbleibender Alternative anzuschließen: "Weder der Libertarianimus noch der Konservativismus sind wahre Vertreter der Individualrechte. Tatsächlich sind sie, trotz oberflächlicher Differenzen, zwei Seiten der gleichen Anti-laissez-faire-Medaille." Beide Ansätze könnten nicht zu Freiheit führen, denn beide würden den Absolutismus der Vernunft verwerfen. Der Wert der Freiheit, sagt der Objektivismus, ist nicht ableitbar von dem Diktum "Gott weiß es besser" oder von der Ermahnung "Anything goes". Um am Ziel des Kapitalismus anzukommen, so Schwartz, muss man sowohl den mystischen Intrizismus des Konservatismus verwerfen wie auch den willkürlichen Subjektivismus des Libertarianismus.
Die Januar-Bilanz
Im Januar wurde dieser Blog von knapp 800 Lesern angesteuert (relativ wenig). Der Objektivismus-Blogspot kam auf 210 Leser. Ich habe diesen Blog auch optisch leicht verändert und einige neue (zum Teile alte, bekannte Texte, die aber überarbeitet wurden) Texte eingestellt. Das Kapitalismus-Magazin zog immerhin 3 415 Leser an, was sicherlich auch mit der erhöhten Veröffentlichungsquote zusammenhängt. Von den vorgestellten Büchern wurde Der Geschichtsfälscher am häufigsten angeklickt.

Dienstag, Januar 31, 2006

Alan Greenspan
Am 31. Januar scheidet Alan Greenspan aus seinem Amt als US-Notenbankchef aus. Der Deutschlandfunk erwähnt die Greenspan-Biographie "Der Hohepriester des Geldes" von Justin Martin in einer aktuellen Reportage: "Zur Wirtschaft, so Martin, kam Greenspan durch den Einfluss der New Yorker Philosophin Ayn Rand.
Er hat ihr bei den Recherchen ihres Werkes 'Atlas Shrugged' geholfen. Dabei hat er eine Faszination für die Freie Marktwirtschaft entwickelt. Rands Arbeiten haben Greenspan zum BWL-Studium ermuntert. Und ihm die Augen dafür geöffnet, dass der Kapitalismus nicht nur effizient und praktisch ist, sondern auch eine moralische Komponente hat: Als das einzige, mit der politischen Freiheit des Individuums vereinbare System."