Samstag, Oktober 23, 2004

Über die Kapitalismus-Partei
In unserem Diskussionsforum gibt es mittlerweile einige Beiträge zu der neu gegründeteten amerikanischen Capitalism Party. Im Diskussionsforum der Partei hat Alexander eine Diskussion zum Thema "Demokratie oder Republik" angestoßen. Grundsätzlich bewertet ich das Programm der Partei zwar durchaus als positiv, allerdings sollte jeder für sich selbst die Frage beantworten, ob das Wirken in einer politischen Partei wirklich unter den gegenwärtigen Umständen eine sinnvolle Tätigkeit sein kann und sich daran erinnern, was Ayn Rand in ihrer Zeitschrift The Objectivist schrieb: "Politik ist das letzte Glied in der Kette, das letzte, nicht das erste, Resultat der intellektuellen Trends des Landes." Was die Diskussion um die Demokratie angeht, möchte ich auf ein Zitat von Leonard Peikoff verweisen - Allen Forkum verwendet es auch in seinem Artikel "Democracy is No Guarantee of Freedom for Iraq" -, das aus seinem Kursus "The Philosophy of Objectivism" (zitiert im Ayn Rand Lexicon) stammt: "Das amerikanische System ist keine Demokratie. Es ist eine konstitutionelle Republik."


Freitag, Oktober 22, 2004

Die Radikalen für den Kapitalismus
Daniel Kühn schreibt auf BörseGo: "Besonders in den 60er-Jahren war eine Gruppe überzeugter Wirtschaftswissenschaftler und –philosophen sehr aktiv, die sich selber 'radicals for capitalism' nannten. Die grosse Denkerin dahinter war Ayn Rand, die nächstes Jahr ihren 100sten Geburtstag hätte. Die 'Radikalen' hatten eine Grundüberzeugung: Sie favorisierten als das einzig moralisch einwandfreie und dem Wesen des Menschen entsprechende Wirtschaftssystem den 'laissez-faire'-Kapitalismus. Staatseingriffe wurden strikt abgelehnt, die einzige Aufgabe der Regierung sah man in der Gewährleistung der körperlichen Unversehrtheit der Bürger (Gewaltmonopol) gegen Angriffe von innen und aussen, und die Garantie der Eigentumsrechte des Individuums."

Donnerstag, Oktober 21, 2004

Top Gun: Ein Plädoyer für Bush
Die Schweizer Weltwoche bringt in ihrer neuesten Ausgaben gleich zwei Empfehlungen zur amerikanischen Präsidentschaftswahl, eine für Bush, eine für Kerry. Hanspeter Born schreibt zugunsten von Bush: "Trotzdem und ohne Umschweife: Ich bin für Bush. Ich teile seine Ansicht, dass sich die westliche Welt in einer tödlichen Ausein-andersetzung mit einer totalitären Bewegung befindet, die nicht weniger gefährlich ist, als es der Nationalsozialismus und der Kommunismus im 20. Jahrhundert waren. Den islamistischen Terror kann man nicht, wie Kerry gesagt hat, auf die Stufe eines blossen Ärgernisses, vergleichbar mit Prostitution oder illegalem Geldspiel, zurückbinden."

Mittwoch, Oktober 20, 2004

Vom Leben unbesiegt
Bei booklooker.com sind wieder zwei Exemplare von Ayn Rands "Vom Leben unbesiegt" (We the Living) verfügbar.
Bushs Lieblingsphilosoph
Auf die Frage, wer sein Lieblingsphilosoph sei, antwortete George W. Bush: "Christus, weil er mich im Herzen veändert hat ...Wenn Sie Ihr Herz und Ihr Leben Christus zuwenden, wenn Sie anerkennen, dass Christus der Retter ist, dann verändert das Ihr Herz. Er verändert Ihr Leben. Und genau so ist es mir ergangen."

So zitiert Samuel Huntington in der Zeitschrift Cicero ("Die Religion entscheidet Wahlen") den amerikanischen Präsidenten. Man mag über Bushs Aussage schmunzeln oder die Frage aufwerfen, ob es nicht eine bessere Philosophie gebe, der man sich zuwenden sollte, um ein besseres und erfolgreicheres Leben zu führen, was ich bejahen würde. Tröstlich ist allerdings, dass Bush nur die persönliche Bedeutung der Religion für sein Leben betont, und nicht etwa deren Einfluss auf seine Regierungskunst herausstellt.
Für die Zeitschrift Cicero möchte ich an dieser Stelle eine Empfehlung aussprechen, denn inhaltlich und optisch hat die Zeitschrift einiges zu bieten, unter anderem den genannten Aufsatz von Samuel Huntington, aber auch Wolfgang Kerstings "Der ungeliebte Liberalismus" sowie Beiträge von Alan Greenspan, Brigitte Seebacher, Francis Fukuyama und Joachim Fest. Joachim Fest beschreibt in seinem Beitrag, einem Auszug aus seinem Buch "Begegnungen", seine Diskussionen mit der RAF-Terroristin Ulrike Meinhof. Leider gibt Fest die Gespräche nur recht unvollkommen wieder, allerdings kann kein Zweifel daran bestehen, dass der Konservative Fest die Bolschewistin Meinhof mit seinen Argumenten niemals hätte überzeugen können. Meinhof glaubte, die Moral auf ihrer Seite zu haben, jedwedes Warnen vor Radikalität oder Ermahnungen, doch die "Grautöne" auch zu sehen, mußten bei ihr absolut wirkungslos verpuffen. Fest hätte direkt Meinhofs "Moral des Todes", die die zukünftige Terroristin schon erahnen läßt, angreifen müssen und diese mit einer Moral für das Leben kontrastieren müssen.
"Bush ist unser Kandidat"
Der Publizist Robert Tracinski, Herausgeber der objektivistischen Zeitschrift The Intellectual Activist, hat in einem Beiträg für die September-Ausgabe seiner Zeitschrift die Wahl von George W. Bush empfohlen: "Bush ist weit davon entfernt für diejenigen, die eine robuste Verteidigung der Zivilisation wollen, der perfekte Kandidat zu sein. Aber er ist unser Kandidat, so wie er ist, und er verdient unsere Unterstützung." Das entscheidende Thema bei dieser Wahl sei der Krieg gegen den Terrorismus, wobei Kerry für "Rückzug und Passivität" stehe. Bush hingegen stehe für eine grundsätzlich richtige Strategie, die er aber schlecht ausführe.

Dienstag, Oktober 19, 2004

Krugman spielt die Wehrpflicht-Karte
Donald L. Luskin berichtet auf seinem Blog über einen Artikel in der New York Times des Ökonomen Paul Krugman. Krugman unterstellt Präsident Bush, dass dieser die Armee vergrößern wolle, was eine Wiederbelebung der Wehrpflicht bedeute. Warum, fragt Luskin, sei für Krugman eine Vergrößerung der Armee nur über die Wehrpflicht möglich. Für Krugman, der freie Märkte hasse, könne sich die Regierung alles, was sie wolle, durch Gewalt holen: "Krugmans Logik enthüllt nichts über Bushs Plan für eine Wehrpflicht, aber eine Menge über Krugmans Sichtweise der Rolle der Regierung."
Umfrage: Bush, Kerry oder ...?
Zwischenstand bei der Leserumfrage auf dem Kapitalismus-Magazin: 1. Bush/Cheney 31,03 % 2. Badnarik/Campagna 27,59 % 3. Kerry/Edwards 20,69 % 4. Ich würde gar nicht wählen 13,79 %.
Wie bastle ich einen Pharma-Skandal
Lesenswert in der heutigen Welt Dirk Maxeiners Kommentar über den angeblichen Skandal um das Rheumamedikament Vioxx des amerikanischen Unternehmens Merck & Co. Inc. (nicht zu verwechseln mit der deutschen Merck KGaG): "Da bislang kein einziger konkreter deutscher Todesfall Vioxx zugeordnet werden kann, wurden die Opfer mittels einer Hochrechnung produziert."

Sonntag, Oktober 17, 2004

Amerikanische Objektivisten diskutieren: Bush oder Kerry
Nachdem Leonard Peikoff seine Entscheidung zugunsten von John Kerry verkündet hat, war es natürlich keine Überraschung, dass recht viele amerikanische Objektivisten ihm folgen würden, womit ich ich selbstverständlich nicht behaupten möchte, dass nicht jeder von diesen potentiellen Kerry-Wählern ein wohl abgewogenes und unabhängiges Urteil gefällt hat. Ich muss zugeben, dass mich die Argumente der objektivistischen Kerry-Unterstüzer bis dato nicht überzeugt haben. In der Regel wird von den konkreten Kandidaten abstrahiert und eine philosophische Diskussion um die Gefährlichkeit von Religion geführt und die Unvereinbarkeit von Objektivismus und Religion. Bei der Auswahl eines politischen Kandidaten sollten allerdings vorrangig seine politischen Ansichten und Aktionen unter die Lupe genommen werden, was nicht bedeutet, dass Philosophie bedeutungslos wäre. Philosophie ist von Bedeutung, und genau deshalb stehen in den USA auch die Kandidaten Bush und Kerry in der engeren Auswahl um den Job des Präsidenten, und nicht etwa Dr. Peikoff und Mr. Badnarik von der Libertarian Party. Sicherlich ist es richtig, dass Religion sich im Aufschwung in Amerika befindet und dass deshalb Präsident Bush sich zunehmend religiöser Floskeln bedient und Religion nicht mehr auschließlich als Privatsache behandelt, wie es etwa noch Präsident Kennedy tat. Es ist aber falsch, sich auf die angebliche oder tatsächliche Philosophie einzelner Kandidaten zu stürzen, um dementsprechend seine Wahlentscheidung zu begründen. Sollte Bush tatsächlich für eine Theokratie stehen, d. h. eine spezifische Form einer diktatorischen Herrschaft, wäre dies im einzelnen zu begründen und würde natürlich einem Gegenkandidaten, der weniger kollektivistisch wäre, einen Bonus geben. Ich würde auch für Kerry stimmen, wenn der Gegenkandidat Hitler oder Väterchen Stalin heißen würde. Da ich dies allerdings bislang in den Analysen nicht entdecken kann, sehe ich aufgrund des klarer akzentuierten Kollkektivismus bei Kerry den Vorteil auf der Seite von Bush. Hier gibt einen objektivistischen Blogger, der sich dazu bekennt, dass er Bush wählen möchte. Die Wahl von Kerry würde ein falsches Signal an die Terroristen, die islamische Welt und an die zivilisierte Welt senden, schreibt Bill Brown. In der Tat ist Bush, der "Cowboy", das Symbol für das wehrhaftige Amerika, nicht etwa Kerry, auch wenn dieser versucht sich im Wahlkampf einen anderen Anstrich zu geben, etwa indem er sich beim Nominierungsparteitag der Demokraten militärisch-zackig "zum Dienst" meldet. Tatsächlich steht Kerry für "Rückzug und Passivität", wie Robert Tracinski in der jüngsten Ausgabe seiner Zeitschrift The Intellectual Activist schreibt. Außerdem kann der Dreißigjährige Brown den Plänen von Präsident Bush zur teilweisen Privatisierung der Rentenversicherung etwas abgewinnen. Auch mag er die Steuerkürzungen, die Bush durchgesetzt hat. Brown hatte allerdings auch ernsthaft erwogen, Kerry aufgrund dessen positiver Einstellung zur Stammzellenforschung zu wählen, wohingegen Bush diese Forschung aus religiösen Gründen beschränken oder verbieten wolle. Zu dem Thema Stammzellenforschung siehe allerdings auch die Stellungnahme von Robert Bidinotto, der die Position von Bush dahingehend erläutert, dass dieser nur wolle, dass das Geld von Steuerzahlern nicht in die Stammzellenforschung fließe. Schließlich setzt er sich auch mit Peikoffs zentralem Argument einer bevorstehenden Theokratie auseinander, sollte Bush wiedergewählt werden. Zunächst weist er darauf hin, dass, wenn die Theokratie so unmittelbar drohe, dass nur noch vier weitere Jahre Bush notwendig wären, um sie zu etablieren, dann ohnehin an diesem Trend nichts geändert werden könne. Allerdings, und dies scheint mir auch der zentrale Aspekt zu sein, sieht Brown bei den fundamentalistischen Christen überhaupt nicht den Wunsch, überhaupt eine Theokratie zu etablieren. Brown macht allerdings klar, dass er in Bush auch nur das kleinere von zwei Übeln sieht und er für 2008 auf eine Kandidatur von Steve Forbes hofft.

Zitat zum Tag

Zitat zum Tag:
«Bevor du etwas für jemand tun kannst, mußt du in der Lage sein, es zutun. Und um es zutun, mußt du es gerne tun und darfst nicht an die weiteren Konsequenzen denken. Die Menschen brauchst du nicht zu lieben, du mußt die Arbeit lieben, dein eigenes Handeln, nicht irgendjemand, mit dem du Mitleid hast.»

--Howard Roark